Informationen zum deutschen gesundheitssystemDas Gesundheitssystem in Deutschland ist umfangreich und durch die vielen beteiligten Gruppen, die darin involviert sind, nicht gerade einfach zu regulieren. Da stehen auf der einen Seite die Empfänger von Gesundheitsleistungen, die Versicherten, und auf der anderen Seite die Leistungserbringer, wie Ärzte, Apotheker, Heilberufsausübende und Pflegepersonal. Dann wären da noch die Leistungsfinanzierer (Arbeitgeber, freiwillig Versicherte von privaten und gesetzlichen Krankenversicherungen, gesetzlich Versicherte und Direktzahler). Eine weitere Gruppe bilden die Leistungszahler, wie Versicherungen, Direktzahler, staatliche Beihilfe, kassenärztliche Vereinigungen, Unfall-, Pflege- und Rentenversicherungen. Ein weiterer Teilnehmer im Gesundheitssystem ist der Staat mit seinen gesetzgebenden Körperschaften und seine Regulierungs- und Überwachungsstellen (z. B. Gesundheitsamt). Zuletzt sind noch die im Gesundheitswesen tätigen Interessenverbände zu nennen. Als Exempel dienen hierfür Selbsthilfegruppen und Patientenverbände. All diese Gruppen unter einem Hut zu bringen wird zunehmend schwerer.

Gesundheitssystem in Zahlen

Circa 87 Prozent der deutschen Bundesbürger sind gesetzlich versichert, 10,5 Prozent jedoch nutzen den Service einer privaten Versicherung. Der Beitrag von privaten Versicherungen richtet sich nach mehreren Gesichtspunkten. Zum einen spielen Eintrittsalter, Geschlecht und Gesundheitszustand eine Rolle, zum anderen der vereinbarte Leistungsumfang. Rund 2,3 Prozent sind anderweitig versichert (Sozialhilfeempfänger, Zivildienstleistende, etc.). Tatsächlich gibt es auch eine kleine Gruppe von Nichtversicherten in unserer Bevölkerung, die ungefähr 0,2 Prozent ausmacht.

System der gesetzlichen Krankenversicherung

Die Krankenversicherungsbeiträge werden übrigens paritätisch, also je zur Hälfte, von den Arbeitnehmern und den Arbeitgebern aufgebracht. Doch in letzter Zeit werden zunehmend gesonderte Leistungen, wie Zuzahlungen und Selbstbeteiligungen, von den gesetzlich Versicherten abverlangt. Mit Besorgnis kann man in den letzten Jahren beobachten, wie sich das deutsche Gesundheitssystem zusehends verschlechtert – es scheint marode.

Probleme unseres Gesundheitssystems

Zum einen liegt das sicher an der Überalterung Deutschlands, was leider nicht nur der guten medizinischen Versorgung zu verdanken ist, sondern auch dem Umstand, dass in Deutschland kaum noch Nachwuchs `produziert´, wird. Die Anzahl an Renten- und Versicherungsträgern von Morgen schrumpft. Und das bedenklich. Ebenso belastend für die Krankenkassen, also den Leistungszahlern, sind Risikopatienten, die die Kassen unnötig belasten. Damit sind jedoch nicht nur Raucher, Übergewichtige, usw. gemeint, sondern auch Betreiber einer Risikosportart. Die gesetzlichen Kassen versuchen dem entgegenzuwirken – mit Bonussystemen. Die sind durchaus ein guter Ansatz, da mit den Bonussystemen oft auch Informationsveranstaltungen und Kurse angeboten werden. Ein großes Problem der gesetzlichen Versicherungen ist zudem die stattliche Anzahl an privaten Versicherungsnehmern. Denn die Beiträge, die diese an ihre privaten Versicherungen entrichten, verursachen große Defizite bei den gesetzlichen Kassen. Hinzu kommt – und das ist ein Fakt, den viele Ärzte bestätigen – dass sich der gesetzlich Versicherte zunehmend schlechter betreut fühlt. Oftmals haben jene Versicherten das Gefühl, erst nach einer gefühlten Ewigkeit einen Termin bei ihrem Arzt zu ergattern. Diese setzt sich fort, wenn sie stundenlang im Wartezimmer ausharren und miterleben müssen, wie privat Versicherte nach ihnen erscheinen und vor ihnen behandelt werden. Auch kommen zunehmend Zweifel auf, ob sie wirklich die optimale Behandlung durch ihren Arzt erhalten. Dies zieht sich wie ein roter Faden bei der Medikamentenverschreibung fort. Schnell kommt da der Gedanke eines Zweiklassensystems auf. Natürlich sieht jeder Versicherte aus gegebenen Gründen ein, dass das Gesundheitssystem schweren Zeiten entgegensieht, und ist bereit, Einsparungen in Kauf zu nehmen, um einen `Bankrott´ anzuwenden. Doch, bitteschön, sollten diese etwas gerechter vonstattengehen.

Image: RB-Pictures – Fotolia

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