Unsere naturwissenschaftlich geprägte Medizin der westlichen Welt, bezeichnet andere Heilungsansätze mit dem Begriff alternative Medizin. Sie wird auch Komplementärmedizin genannt. Diese diagnostischen Konzepte und Behandlungsmethoden werden als alternativ und nicht wissenschaftlich bezeichnet. Begründet wird dies damit, dass sich unter gleichen Bedingungen für unser Verständnis die Behandlungsergebnisse nicht beliebig oft wiederholen lassen. Die Frage, ob das wissenschaftliche Verständnis schon zu weit fortgeschritten oder eben noch nicht weit genug ist, um alle Dimensionen dieser Alternativen zu erfassen, sei dahingestellt.
Allgemeine Informationen
Im Studium der Medizin und der Psychologie werden wissenschaftlich begründete Methoden gelehrt. Sie wird auch Schulmedizin genannt. Zu den Alternativen gehören Akupunktur, Homöopathie, Osteopathie, Entspannungsverfahren, Naturheilverfahren und Verfahren der Körpertherapie. Im heutigen Umgang mit diesen Verfahren kann man beobachten, dass diese oft auch in Maßnahmen schulmedizinischer Einrichtungen als Ergänzung eingesetzt werden. Sie werden oft auch von Patienten als sinnvolle Unterstützung ihrer Therapie angesehen.
Verschiedene Gruppen der Komplementärmethoden
Alternative Medizin kann man in 4 Gruppen einteilen. Zu der ersten Gruppe gehört die Ernährung, die mit Vitaminen, Kräutern und bestimmten Nahrungsmitteln ergänzt werden bzw. bestimmte Diätempfehlungen. Zur zweiten Gruppe gehören die Verfahren, die auf die Beziehung zwischen dem menschlichen Körper und Geist abzielen. Feldenkrais, Meditation, Yoga, Tai-Chi und Alexandertechnik gehören hierzu. Zur dritten Gruppe zählen sich manuelle Verfahren. Hier ist Massage, Chirotherapie oder auch Osteopathie zu nennen. Mit „Energiefeldern“ arbeitende Verfahren begründen die vierte Gruppe der groben Einteilung komplementärer Verfahren. Hierunter versteht man z. B. Therapeutic Touch oder Reiki, Arbeit mit elektromagnetischen Feldern oder ähnliche Methoden.
Zu den komplementären Ansätzen in der medizinischen Behandlung gehören in der östlichen und westlichen Welt Medizinsysteme, die gleich mehrere alternative Ansätze nutzen. So gibt es mit Ursprung in der östlichen Welthalbkugel Ayurveda, TCM (Traditionelle Chinesische Medizin) und die Tibetische Medizin. Im Westen werden Naturheilverfahren und Homöopathie als Traditionelle Europäische Medizin eingesetzt.
Zusammenarbeit mit der Schulmedizin
So wie es bereits in den letzten Jahren zu beobachten war, arbeiten immer mehr reine Schulmediziner auch mit alternativen Methoden. Beispielsweise Hausärzte mit schulmedizinischer Ausbildung, die Reiki anbieten oder homöopathische Behandlungen nutzen. Auch die Krankenkassen haben die Vorteile von Akupunktur entdeckt und diese nach Überprüfung in bestimmten Fällen (z. B. Rückenschmerzen) in ihr Leistungsspektrum aufgenommen.
Es ist anzunehmen, dass mit steigendem Erkenntnisprozess sich diese Lösungsansätze immer weiter verflechten und ergänzen. Besondere Stärken der sanfteren „alternativen“ Methoden sind auch die Vorbeugung, die gesunde Lebensweise, das bewusste Leben. Dies umfasst wesentlich mehr Komponenten als das körperliche Wohlbefinden. Es fängt beim bewussten Begehen eines Tages an, setzt sich fort mit der Art zu leben, der Ernährung, der Arbeit und der täglichen Umgebung. Sowie der Art mit den Hindernissen im Alltag umzugehen, bis hin zum bewussten Umgang mit seinen Gefühlen und einem gelungenen Tagesabschluss als auch einer guten Schlafhygiene.
Die klassische Schulmedizin setzt auf medikamentöse Behandlung und Operationen, Bestrahlung usw. meist in Bereichen, wo es für Prävention eng wird bzw. diese gar nicht infrage kommt (Unfall, Beinbruch, bösartige Tumore etc.). Der Umgang mit alternativen in der Medizin setzt ein sehr bewusstes Leben und zunächst mehr Arbeit voraus. Man hat zunächst die Aufgabe, sich mit den entsprechenden Themen vorher auseinanderzusetzen.
Abbildung: Subbotina Anna – Fotolia
